Patriarchat am Pranger (Sexarbeiterinnen wehren sich)

Aus „Prager Frühling„:

Der Rat der Hamburger „Kontrollmädchen“ und die erste radikalfeministische Wochenzeitung der Weimarer Republik

Aus Sicht der Hamburger Kommunistin Ketty Guttman scheiterte mit der Revolution von 1918/19 auch der Umsturz der patriarchalen Geschlechterordnung des Kaiserreichs. Die Schwäche der neuen Republik zeigte sich aus ihrer Sicht gerade an der Situation der Prostituierten. Resigniert und sarkastisch schrieb sie:

„Revolution brachte völlige Freiheit des Menschen. Fortschritt zerbrach die Ketten der Knechtschaft. Republik machte Sozialdemokraten zu Regenten, die weit das Maul aufrissen und schrien von Demokratie und segensreichem Parlamentarismus. […] Kontrollmädchen [zeitgenössischer Begriff für Sexarbeiterinnen]spüren nichts davon. Sie sind Sklaven des Mannes, wie alle Frauen, trotz Wahlrecht und Emanzipation. Das Gesetz macht aus Ehefrauen Ware, tote Dinge, Eigentum des Mannes, Relative. Die Gewohnheit lässt unsere Ehefrauen das Niedrige ihrer Stellung nicht merken.“[1]

Und doch geschah, was wenige Jahre zuvor im Deutschen Kaiserreich undenkbar gewesen wäre. weiterlesen

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