LAK Emanzipatorische Kritik: Antwort auf die Resolution »Linke Grundprinzipien verteidigen! Nein zu Kriegsrechtfertigung, Islamophobie und pro-kapitalistischen Positionen!« der Linksjugend [’solid] Rheinland-Pfalz

LAK Emanzipatorische Kritik:

„Mit großem Bedauern nehmen wir die Resolution „Linke Grundprinzipien verteidigen! Nein zu Kriegsrechtfertigung, Islamophobie und pro-kapitalistischen Positionen!“ der Linksjugend [’solid] Rheinland-Pfalz zur Kenntnis. Traurig stimmt uns dabei nicht nur die Tatsache, wie hier durch die Genoss_innen versucht wird „Kritik“ zu üben, sondern auch die augenscheinliche Ahnungslosigkeit der Autor_innen vom behandelten Thema. Angesichts der Debatten, die diese Resolution dennoch auch im Landesverband Thüringen auslöste, sehen wir uns dazu veranlasst, auf dieses Pamphlet zu reagieren.

Alles Antideutsche außer Mutti?

Zunächst einmal wollen wir dabei klären was es mit dem Begriff „antideutsch“ überhaupt auf sich hat. „Antideutsch“ ist heute nämlich vor allem eine Fremdbezeichung. Gemeinhin gilt: Du bist nicht antideutsch, du wirst zum Antideutschen gemacht, bzw. der/die Andere bestimmt, ob du antideutsch bist oder nicht. Wie bereits von der Linksjugend Rheinland-Pfalz einleitend richtig festgestellt wurde, war die politische Linke zu keiner Zeit in ihrer Geschichte jemals homogen. Selbiges gilt auch für die Linken, die von anderen gerne mit dem politischen Kampfbegriff des „Antideutschtums“ belegt werden. Bezeichnete der Begriff anfangs noch Linke, die erkannten, dass der Faschismus eine Massenbasis besitzt (wodurch er nicht einfach nur eine verschärfte Form der Klassenherrschaft darstellen kann) und daher im Zuge der deutschen Wiedervereinigung auf die spezifischen Gefahren des deutschen Nationalismus aufmerksam machten, dient er jetzt oftmals nur noch als – abwertend verstandener – Sammelbegriff für undogmatische Linke, welche die antiimperialistischen/traditionslinken Dogmen hinterfragen. So werden oft israelsolidarische Linke, Wert- und Ideologiekritiker_innen und Reformsozialist_innen gemeinsam als „Antideutsche“ bezeichnet und das obwohl diese nicht einmal unbedingt viel miteinander gemeinsam haben müssen. Dadurch wird deutlich, dass der Begriff heute so gut wie nichts mehr mit seiner ursprünglichen Bedeutung zu tun hat und nur noch als Kampfbegriff zur Projektion des „inneren Feindes“ fungiert. Schon allein deswegen lehnen wir vom Landesarbeitskreis emanzipatorische Kritik die Eigenbezeichnung „antideutsch“ ab und werden den Begriff im Folgendem – wenn überhaupt – nur noch in Anführungszeichen verwenden. …“ weiterlesen

 

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