Wir brauchen eine linke Erzählung

„Kann mit 3D-Druckern „der Sozialismus ausgedruckt“ und etablierte kapitalistische Strukturen unterlaufen werden? Oder aber werden durch 3D-Drucker der Reichtum einzelner und der Gesellschaft weiter wachsen und die Teilhabe an ihm weiter schrumpfen?“

Am Ende waren es wieder mal mehr Fragen als Antworten. Einen 3D-Drucker in den gesellschaftlichen Zuständen, die wir jetzt vorfinden, ohne Gegenwehr oder -entwurf zu etablieren, ist grob fahrlässig. Der Kapitalismus macht mit dieser Form des technischen Fortschrittes das, was er mit allen anderen Errungenschaften auch macht: Er akkumuliert den Gegenstand zu noch mehr Kapital.

Die Linken halten mit diesem rasantem Tempo kaum mit. Es wurden bisher gar keine oder nur marginal auftauchende Visionen für eine zukünftige Gesellschaft entwickelt. Der Neoliberalismus ist die erfolgreichste Ideologie der modernen Welt der letzten Jahrzehnte und hat sich in den Alltag, in den Denkstrukturen, eine Gesellschaft zu begreifen, rein geschlichen. Die Linken sind ausschließlich mit Abwehrkämpfen beschäftigt und von Gestaltung überwiegend ausgeschlossen.

Die Idee der 3D-Druckers birgt aber unglaubliches Potenzial, auch linke und emanzipierte Gesellschaftsentwürfe zu verwirklichen. Die nötige Neujustierung des Arbeitsbegriffes, die individuelle, auf Selbstermächtigung orientierte Freiheit, die Schaffung einer egalitären Gesellschaft mit einer breiten und für alle erreichbaren Teilhabe an Reichtümern und am technischen Fortschritt sind Chancen für die Menschen in der Zukunft und könnten Teil von linken Antworten zum Gestalten zukünftiger Welten sein. Ein bedingungsloses Grundeinkommen als gesellschaftliches und globales Projekt, könnte da helfen.

Die Errungenschaften des digitalen Zeitalters sind für die Menschen nur erfolgreich, wenn sie auch ankommen, wenn sie leistbar sind, wenn sie, bei allem Schaffen von noch mehr individueller Freiheit und Unabhängigkeit, solidarisch und sozial gedacht und angewendet werden.

Peter Laskowski, Shaked Spier, Oliver Höfinghoff und Klaus Lederer gestalteten einen sehr interessanten Abend im Berlinxxnet, der sich mit diesen Fragen beschäftigte. Der Laden war voll, die Stimmung gut. Anschließend konnte man sich noch entspannt austauschen, neue Termine verabreden oder einfach ein Bierchen trinken. Die Reihe “Das Internet und der Sozialismus” wird in dieser Form auf jedem Fall fortgesetzt und das ist auch gut und wichtig so. @Rutzel21

Video zur Veranstaltung „Mit 3D-Druckern den Sozialismus ausdrucken?“ ist online, mit Nachbericht von Klaus Lederer versehen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s