Propaganda in Bielefeld

Der Bundesparteitag der LINKEN fand im ostwestfälischen Bielefeld, am Nordende des Teuteburger Waldes, an der Wasserscheide zwischen Weser und Ems, statt und die Emanzipatorische Linke war mit reichlich Propagandamaterial und vorbildlichen Genossinnen vor Ort….oder wie ein User schrieb: „Vera und Karsten am Ema.Li-Stand auf dem Parteitag. Ganz ohne Mandat und Beschluss, einfach hingefahren. So läuft das!“

Die Berliner Ema.Li-Blog-Redaktion sagt einfach mal DANKE!emali

Demokratie statt Anarchie – Über die Unmöglichkeit, Herrschaft abzuschaffen

Thesen für eine Ordnung der Freiheit

Von Martin Wilke

„Dieser Text richtet sich vor allem an freiheitsliebende Menschen – an Menschen, denen die Freiheit des Einzelnen wichtig ist und die dabei auch soziale und ökologische Fragen nicht aus den Augen verlieren. Dieser Text soll ein Beitrag für die Suche nach einem Organisationsprinzip der Freiheit sein.

Auch wenn ich Schwachstellen der anarchistischen Idee aufzeigen möchten: Ich gehe hier nicht von dem in der Öffentlichkeit häufig zu findenden Bild aus, das Anarchisten als bombenwerfende Monster darstellt. Ich erkenne an, daß Anarchisten, eine Ordnung anstreben, die jedem größtmögliche Freiheit bietet. Ich möchte hier jedoch zeigen, daß Anarchie nicht in der Lage ist, diesem Anspruch gerecht zu werden.

Niemand soll sich von den nachfolgenden Überlegungen persönlich angegriffen fühlen müssen; ich präsentiere sie hier nicht als unverrückbare Wahrheiten, als der Weisheit letzter Schluß, sondern nur als Thesen. Ich stelle sie erst einmal in den Raum, und dann kann jede(r) selbst entscheiden, ob er bzw. sie sich ihnen anschließt oder nicht. Jede(r) ist aufgerufen, selbst zu überprüfen, ob diese Thesen stimmen.

Zunächst bedarf es einer Definition der zentralen Begriffe. Dann werden erst allgemeine Überlegungen angestellt, bevor ich anschließend auf konkrete Probleme eingehe.“

Der ganze Text ist hier zu finden.

Markus Liske: Von Künstlern und Anarchisten (aus „Schritt für Schritt ins Paradies“)

All lost in the Jugendkultur

„An anarchist is not a wild child, but a mature, realistic adult imposing laws upon the self and modifying them according to an experience of life, an interpretation of the world.“ Michael Moorcock

„Da steht er, der Anarchist. Steht schwankend auf der Querverstrebung eines Barhockers, den Schmerbauch vorgestreckt, die rechte Hand auf der Sitzfläche, die linke überm Kopf zur Faust geballt. „Isch rufe euch ssur direktn Akssion!“, brüllt er und verliert dabei fast das Gleichgewicht. Die revolutionäre Masse vor ihm – zwanzig oder dreißig schwarzgekleidete junge Männer – johlt und klatscht. Die Szene ist mir unvergesslich.
Erich Mühsam Fest 2003 im Stadtbad Oderberger Straße. Draußen dämmert es bereits. Die Betreiber der Bücherstände beginnen mit dem Abbau, das Live-Programm auf drei von vier Bühnen ist beendet, doch noch immer schieben sich ein paar hundert Menschen durch die schmalen Gänge. Plötzlich stürmt eine panische Hanna auf mich zu. Sie gehört zu einem Dreierteam sehr junger Pazifistinnen, das den Getränkeverkauf betreut. Alle drei haben keine Ahnung vom Anarchismus oder gar von Mühsam, sie sind uns in der Vorbereitungsphase zugelaufen, weil im Irak gerade Krieg tobt und wir deshalb den Antimilitarismus Mühsams in den Mittelpunkt dieses Festes gestellt haben. „Komm schnell, Markus!“, ruft sie. „Da wollen welche die Bar stürmen!“
Ich beruhige sie kurz, dann eilen wir gemeinsam zum Ort des Geschehens. Das erste was ich über die Köpfe erkennen kann, sind ihre beiden Kolleginnen. Sie haben sämtliche Bierkästen vom Tresen zurückgezogen und sich, mit leeren Flaschen bewaffnet, breitbeinig davor aufgebaut. „Tapfere Friedenstauben“, denke ich noch, da bin ich schon um die Gangkehre und sehe den dicken Anarchisten auf seinem Barhocker balancieren. Es ist mal wieder der Obermufti des Berliner Kultursyndikats. Beim letzten Fest pisste er um diese Uhrzeit noch fröhlich in die Gänge, diesmal scheint ihm das Geld für Bier ausgegangen zu sein….“ (weiterlesen)

“Schritt für Schritt ins Paradies – Handbuch zur Freiheit”

hg. von Karsten Krampitz & Klaus Lederer

Karin Kramer Verlag Berlin (hier kann man das Buch erwerben)