Das Programm des Mühsam-Festes steht

Erich Mühsam Fest 2014

Wann: Samstag, 12. Juli 2014 – 16 Uhr bis open end

Wo: Zukunft Ostkreuz

Laskerstr. 5 (Markgrafendamm)
10245 Berlin-Friedrichshain
S-Bahnhof Ostkreuz (300m)

Das Plakat als PDF

Hier findet ihr eine Übersicht über das komplette Programm Änderungen vorbehalten.

Festplakat 2014 by TP

„Erich Mühsam: Das seid ihr Hunde wert!“/Infos von „Wort und Ton“

Passend zum geplanten Mühsamfest im Juli kommt jetzt ein neues Buch heraus. Um Euch einen Einblick ins literarische Werk gewährleisten zu können, gibt es hier ein paar Termine der Autoren:

Fr. 23.05. – 20:30 Uhr
„Erich Mühsam: Das seid ihr Hunde wert!“ / „Mühsam-Blues“
Kurzlesung & Konzert mit Markus Liske, Manja Präkels & DER SINGENDE TRESEN
im Rahmen von „24 Stunden Buch“
Baiz
Schönhauser Alle 26a
Prenzlauer Berg

Di. 27.05. – 20:30 Uhr
Feierliche Buchpremiere:
„Erich Mühsam: Das seid ihr Hunde wert!“
Markus Liske & Manja Präkels lesen, Thorsten Müller begleitet musikalisch
Fahimi Bar
im 1. OG
Skalitzer Str. 133
Kreuzberg

Fr. 30.05. – 19:30 Uhr
„Erich Mühsam: Das seid ihr Hunde wert!“ / „Mühsam-Blues“
Kurzlesung & Konzert mit Markus Liske, Manja Präkels & DER SINGENDE TRESEN
im Rahmen der „Linken Buchtage“
Clash im Mehringhof
Gneisenaustr. 2a
Kreuzberg

Liebe Freunde von WORT & TON,

stolze 100 Jahre alt wird der 1. Weltkrieg in diesem Sommer und die Gratulanten aus Medien, Politik und Wirtschaft belegen am Beispiel der aktuellen Ukraine-Krise eindrücklich, dass es seither weder Hirn noch Herz geregnet hat. Da muss gar nicht offensiv Krieg herbeigetrommelt werden – wer sich mit den Presse-Erzeugnissen am Vorabend des 1. Weltkriegs auseinandersetzt, dem begegnet darin dieselbe schulbubenhafte WarGames-Begeisterung an der (meist kenntnisfreien und immer völlig unempathischen) Erörterung geostrategischer Fragen, wie sie jetzt durch sämtliche Blätter zieht. Wohin man auch schaut: Jeder ein kleiner Feldherr. Erich Mühsam dichtete damals: Sie streiten, wer Barbar sei unter ihnen / und zum Beweise, dass stets nur die andern / vor aller Nachwelt solchen Ruf verdienen / verwüsten sie mit schrecklichen Maschinen / Galipoli, Galizien, Serbien, Flandern / Wolhynien und das Land der Beduinen.“ Immerhin: Zwar heißt es jetzt an jedem Kneipentisch mal wieder „Sag mir, wo du stehst!“, aber die olle Pickelhaube will dann doch keiner aufsetzen. Womit zu diesem Thema fürs erste alles gesagt wäre, nicht aber zum Thema Mühsam. Hier heißt es: Last Call zur Unterstüzung unserer Mühsam-CD!
Quasi in Rekordzeit kamen schon zwei Drittel der Summe zusammen, und wir bedanken uns herzlich bei allen, die sich daran beteiligt haben! Insgesamt 1.075 Euro sind jedoch noch offen und müssen in den nächsten 28 Tagen(!) eingehen, damit unser schönes Mühsam-Buch (Buchpremiere 27. Mai!) ein musikalisches Geschwisterchen bekommt. Wie das ungefähr klingen wird, erfahrt ihr, wenn ihr auf der StartNext-Seite den Rough Mix von „Töff Töff Hurra!“ anklickt.
Aber nun raus aus dem Virtuellen und rauf auf die Bühne. Hier unsere …“

Mühsamblues!

So habt ihr Erich Mühsam noch nicht gehört! Die Berliner Band „Der Singende Tresen“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem großartigen anarchistischen Dichter und Menschenfreund Erich Mühsam eine CD mit neuen Vertonungen zu schenken. Uraufgeführt wird sie am 12. Juli 2014 beim Erich Mühsam Fest im „Zukunft“ am Berliner Ostkreuz. Eine Nacht lang feiern wir dort mit Euch unter dem Motto „Menschen, laßt die Toten ruhn und erfüllt ihr Hoffen!“ Auf Mühsam und auf das Leben! Video

„Wo ist Zuhause, Vogelherz?“

WORT & TON präsentiert:
„Wo ist Zuhause, Vogelherz?“

am 9. Februar 2014 um 19.00 Uhr bei Tante Horst in Kreuzberg

Den Vorwurf, ich sei der Vogel, der sein eignes Nest beschmutzt, werde ich gemütsruhig tragen. Denn (…) finde ich es für einen gesitteten Vogel unschicklich, sich für solche Tätigkeit das Nachbarnest auszusuchen…
Erich Mühsam

Manja Präkels und Markus Liske lesen und vertonen gemeinsam mit Kollegen vom Singenden Tresen Texte von „vogelfreien Nestbeschmutzern“: Erich Mühsam, Mascha Kaléko, Christa Reinig, Helga M. Novak, Günter Bruno Fuchs, Heiner Müller, Hilde Domin, Joseph Roth u.a.

An den Instrumenten: Manja Präkels (Ukulele/Sounds), Thorsten Müller (Baßklarinette), Zhenja Oks (Gitarre), Benjamin Hiesinger (Kontrabass)

www.gedankenmanufaktur.net

Ema.Li: Neue Besen

Die Bundesmitgliederversammlung der Emanzipatorischen Linken in Hannover ist Geschichte. Viele Kühe wurden vom Eis geschafft. Der Satzungsknoten, wie es das ND nannte, ist gelöst worden. Die Position der Sprecher*innen ist abgeschafft. Ein neuer Ko-Kreis ist gewählt. Damit ist ein Schlussstrich unter den Konflikt innerhalb des alten Ko-Kreises gezogen worden und der Agonie ein Ende gesetzt. Die großen Hoffnungen, die viele Mitglieder und Sympathisanten in diese innerparteiliche Strömung setzen, können wieder fruchtbaren Boden finden.

Es ist zunächst sicher gestellt, dass Nichtmitglieder der Linken bei der Emanzipatorischen Linken ein politisches Zuhause finden können. Sie haben die Rechte des passiven und aktiven Wahlrechtes für die inneren Angelegenheiten des Zusammenschlusses, genauso wie Mitglieder der Linken. An diesem Konflikt zur Auslegung der Satzung der Ema.Li gegenüber der Bundessatzung der Linken ist die BMV in Potsdam ohne Ergebnisse beendet worden. Die Rechte der Nichtmitglieder der Partei DIE LINKE sind damit nachdrücklich gestärkt worden, sie sind in der Ema.Li willkommen und notwendig.

Die Satzungsänderung zum Abschaffen des Sprecher*in-Postens ist erfolgreich gewesen. Als ein Zeichen für Hierarchieabbau in linken Strukturen kann das gewertet werden. Es sollte keine Anführer geben, die zu ihren Pöstchen ein instrumentelles Verhältnis entwickeln können oder müssen. Es agiert ein Ko-Kreis auf Augenhöhe.

Der Ko-Kreis wurde fast völlig ausgetauscht. Viele neue Gesichter tauchen nun auf und möchten Verantwortung übernehmen. Die Personalien des neuen Ko-Kreises machen Hoffnung und wecken Neugier auf Neues.

Die Themen, die die Ema.Li besetzten möchte, spiegeln einen großen Reigen der Lebenswirklichkeiten wieder. Es geht um Geschlechtergerechtigkeit, Feminismus, das bedingungslose Grundeinkommen, aber vor allen Dingen um einen kultur-ästhetischen Aufbruch, der in die Partei hineinwirken soll und nach außen Akzente setzten kann. Die Autonomie für Themensetzungen werden den geschaffenen Landesverbänden zugebilligt. Wenn der Landesverband Berlin ein großes Mühsam-Festival für 2014 plant und um Unterstützung der Bundesebene wirbt, sind andere LV genauso aufgefordert, andere Themen setzen zu können und dort auch Unterstützung zu bekommen.

Die Projektionsflächen auf die Ema.Li sind vielfältig. Die Bedeutung dieser Strömung ist für die Partei eminent und für das linke Spektrum mehr als eine notwendige Bereicherung. Dieser Verantwortung gerecht zu werden und sie zu koordinieren, ist eine der wichtigsten Aufgaben des neuen Ko-Kreises und der Mitglieder der Ema.Li . (Raik Weber)

Markus Liske: Von Künstlern und Anarchisten (aus „Schritt für Schritt ins Paradies“)

All lost in the Jugendkultur

„An anarchist is not a wild child, but a mature, realistic adult imposing laws upon the self and modifying them according to an experience of life, an interpretation of the world.“ Michael Moorcock

„Da steht er, der Anarchist. Steht schwankend auf der Querverstrebung eines Barhockers, den Schmerbauch vorgestreckt, die rechte Hand auf der Sitzfläche, die linke überm Kopf zur Faust geballt. „Isch rufe euch ssur direktn Akssion!“, brüllt er und verliert dabei fast das Gleichgewicht. Die revolutionäre Masse vor ihm – zwanzig oder dreißig schwarzgekleidete junge Männer – johlt und klatscht. Die Szene ist mir unvergesslich.
Erich Mühsam Fest 2003 im Stadtbad Oderberger Straße. Draußen dämmert es bereits. Die Betreiber der Bücherstände beginnen mit dem Abbau, das Live-Programm auf drei von vier Bühnen ist beendet, doch noch immer schieben sich ein paar hundert Menschen durch die schmalen Gänge. Plötzlich stürmt eine panische Hanna auf mich zu. Sie gehört zu einem Dreierteam sehr junger Pazifistinnen, das den Getränkeverkauf betreut. Alle drei haben keine Ahnung vom Anarchismus oder gar von Mühsam, sie sind uns in der Vorbereitungsphase zugelaufen, weil im Irak gerade Krieg tobt und wir deshalb den Antimilitarismus Mühsams in den Mittelpunkt dieses Festes gestellt haben. „Komm schnell, Markus!“, ruft sie. „Da wollen welche die Bar stürmen!“
Ich beruhige sie kurz, dann eilen wir gemeinsam zum Ort des Geschehens. Das erste was ich über die Köpfe erkennen kann, sind ihre beiden Kolleginnen. Sie haben sämtliche Bierkästen vom Tresen zurückgezogen und sich, mit leeren Flaschen bewaffnet, breitbeinig davor aufgebaut. „Tapfere Friedenstauben“, denke ich noch, da bin ich schon um die Gangkehre und sehe den dicken Anarchisten auf seinem Barhocker balancieren. Es ist mal wieder der Obermufti des Berliner Kultursyndikats. Beim letzten Fest pisste er um diese Uhrzeit noch fröhlich in die Gänge, diesmal scheint ihm das Geld für Bier ausgegangen zu sein….“ (weiterlesen)

“Schritt für Schritt ins Paradies – Handbuch zur Freiheit”

hg. von Karsten Krampitz & Klaus Lederer

Karin Kramer Verlag Berlin (hier kann man das Buch erwerben)